Schlagwort-Archive: Rezension

Wie das Leben so spielt

Murakami-Maenner-CoverDer Meister der „long short story“ – dem Literaturnobelpreis-Anwerter Haruki Murakami- ist nach den Pilgerjahren des farblosen Herrn Tazaki mit seinem Erzählband Von Männern die keine Frauen haben zurück in Deutschlands Buchhandlungen. Doch was kann dieses hochwertig aufgemachte Buch, welches recht zeitnah von Ursula Gräfe übersetzt wurde, und sieben neue Kurzgeschichten enthält? Ein kleiner Einblick:

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Durch Raum und Zeit

H.G. Wells - Die ZeitmaschineMit seinem Roman Die Zeitmaschine ist der britische Schriftsteller H. G. Wells im Jahre 1895 der Begründer der modernen Science-Fiction.
Mit einem Gerät, dass sich in der 4. Dimension (der Zeit) bewegen kann, schafft es ein namenloser Protagonist – im Roman als „der Zeitreisende“ bezeichnet- in das Jahr 802.701 zu reisen, wo er grausame Dinge erlebt, die sein Weltbild erschüttern lassen. Durch Raum und Zeit weiterlesen

Ein moralischer Querschnitt

Tolstoi - Anna KareninaLew Tolstoj zählt neben Dostojewski, Gogol, Puschkin und Tschechow zu den großen russischen Schriftstellern. Mit seinem Romanepos Anna Karenina setzte er in den Jahren 1873-1878 einen Meilenstein der Weltliteratur, der bis heute unglaubliche 14 mal verfilmt wurde, und mit seinen 1200 Seiten auf den ersten Blick relativ abschreckend wirkt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen 3 Ehen der russischen Adelsgesellschaft, in denen eben nicht nur gesellschaftliche, sondern auch emotionale Probleme zu bewältigen sind.

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Die Motten

Christa Wolf – das war doch eine Schriftstellerin der DDR und sicherlich eine der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwartsliteratur. Im Dezember 2011 ist sie im Alter von 82 Jahren verstorben, nun erschien ihre letzte Erzählung „August“ postum im Suhrkamp Verlag. Eine traurige, wenn auch schöne Geschichte über einen Jungen, der als Waise der NS-Zeit in einem Krankenhaus aufwächst.

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Kurzrezension: Franz Fühmann – Das Judenauto

Kennt ihr das, wenn ein Gerücht die Runde macht und die Leute einem praktisch alles glauben? Sicherlich. In der Kurzgeschichte „Das Judenauto“ von Franz Fühmann geht es um die Nachbearbeitung des Judenhasses im dritten Reich auf eine wirklich naive und kindliche Art und Weise.

Alles beginnt damit, dass ein Gerücht in der Schule die Runde macht – ein gelbes Auto, besetzt mit messerbewaffneten Juden fährt jeden Abend einen verlassenen Feldweg entlang, begegnet ihnen ein junges Mädchen, wird es in den Wagen gezogen, vergewaltigt und ermordet. Der Protagonist der Geschichte glaubt diesen Mythos auf Anhieb und begibt sich eines Abends in die Gegend, in der das sogenannte Judenauto immer umherfahren soll. Er sieht ein Auto, und nachdem er es kurze Zeit beobachtet hat, erkennt er in der Ferne, dass es sich in jedem Fall um das Judenauto handeln muss – immerhin ist es ja gelb. Er flüchtet vor dem Wagen, als dieser ihn verfolgt. Am nächsten Morgen ist eben genau dieser Vorfall das Gesprächsthema Nr. 1, er entpuppt sich jedoch als überraschend anders, und sorgt indirekt dafür, dass der junge Protagonist eine Neigung gegen Juden hat.

Meine erste Kurzgeschichte von Franz Fühmann, die nicht nur durch ihre Kürze, sondern auch durch den pregnanten Inhalt glänzt. Nichts ist so unschuldig wie ein Kind, und gleichzeitig doch so vorurteilbelastet und unwissend, sodass sich der Protagonist in der Handlung ideal für ein Exempel eignet. Die Geschichte liest sich flott und beschäftigt auch noch nach der Lektüre durch seinen allegorischen Wahrheitsgehalt.
Ein schöner Einstieg für eine Betrachtungsweise des Judenhasses nach dem 2. Weltkrieg zu Zeiten der DDR.

Mehr als ein Gänseblümchen

In Kristina Ohlssons Roman „Tausendschön“ wird einem viel geboten, denn in dem aktuellen Krimi um die Kriminologine Fredrika Bergmann und das Team des Kommissars Alex Recht geht es dieses mal über den Handlungsrahmen Europa heraus. Die Autorin selbst ist praktisch vom Fach, immerhin arbeitet sie für das schwedische Außen- und Verteidigungsministerium und kennt sich sicherlich auch mit Immigration aus – dem zentralen Thema dieser Geschichte.

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Sie redet, er hört zu

Was ist schon eine perfekte Ehe? Jill, gläubige Radio-Eheberaterin und verheiratete Ehefrau, glaubt dies ganz genau zu wissen – immerhin hat sie nun auch ein Buch über ihre perfekte Ehe mit ihrem Mann Jack geschrieben, mit dem sie bald auf große Lesereise quer durch die USA reist. Doch aus heiterem Himmel verlässt der Göttergatte die selbstsichere Jill, welche nun mit einer Ehekriste ihr Buch bewerben soll und anderen Frauen Tipps geben soll, wie sie eine so vollkommene Ehe führen können. Keine leichte Aufgabe, doch gleichzeitig auch eine Herausforderung in die sie sich erst hineinfinden muss.

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