Schlagwort-Archive: DDR

Plenzdorfs Berlin (Blogempfehlung)

Literatur ist Geschichte, Literatur ist Politik. Gerade wenn man deutschsprachige Texte der letzten Jahrzehnte liest, hält die polit-historische Deutung eines Werks eine klare Wirkung auf den Leser bereit.

Einer der vielleicht größten Polit-Kritiker war Ulrich Plenzdorf, der in seinen Texten nicht nur das DDR-Regime aufs schärfste kritisiert hat, sondern auch mit subtilen Mitteln diese Kritik gekonnt verschleiert hat. Zwar ist Plenzdorf mehr als „Die neuen Leiden des jungen W.“ oder „Die Legende von Paul und Paula“- letzterer war ein großer DEFA-Filmerfolg in den ausgehenden 70ern – dennoch kommt man gerade bei Plenzdorf um diese beiden Titel einfach nicht herum. Doch wie war das eigentlich zu DDR-Zeiten in Berlin? Für mich als nach der Wende geborene Westdeutsche kaum vorstellbar.

In diesem Sinne möchte ich euch gerne auf den Blog von Jana Weiß verweisen, die sich mit Ulrich Plenzdorfs Berlin und auch noch einigen anderen Berliner Autoren auseinandergesetzt hat! Hier geht’s zum Plenzdorf-Artikel

Anderssicht

Nachdem ich bereits „Die Legende von Paul und Paula“ und „Die neuen Leiden des jungen W.“ gelesen habe, zwei Bücher die mir eigentlich ganz gut gefallen haben, habe ich mir heute Ulrich Plenzdorfs Erzählung „kein runter kein fern“ aus dem Jahre 1973 vorgenommen. Nun was soll ich sagen? Das Buch ist anders als seine Vorgänger, kritisch und vor allem stark fragmentarisch, denn das Buch ist aus der Sicht eines geistig zurückgebliebenen geschrieben.

Anderssicht weiterlesen

Eine Liebe mit Folgen

„Die Legende von Paul und Paula“ von Ulrich Plenzdorf, 1973 von Ulrich Carow verfilmt, beginnt so, wie es eigentlich hätte enden sollen. Abrissstimmung, die Häuser in Pauls Straße werden abgerissen, er hält einen Bilderrahmen in dessen Foto Paula Paul so herzhaft umarmt, dass sein Hemd am Rücken reißt.
Der Text ist ein Drehbuch, der von Beginn an die Hoffnungslosigkeit betont, und die Legende die sich um Paul und Paula rankt ist verhängnisvoll.

Eine Liebe mit Folgen weiterlesen

Teerunde für zwei Hoffnungslose

Wenn ich an die DDR-Schriftstellerin Christa Wolf denke, fallen mir als erstes Werke ein wie „Kassandra“ oder etwa „Medea“. Die im Dezember 2011 verstorbene Autorin hat prägende Literatur verfasst, die vielleicht nicht jedem geläufig ist, die aber stets situationskritisch ist. Die Erzählung „Kein Ort. Nirgends“ aus dem Jahr 1979 ist ein fiktionales Gespräch zwischen den empirischen Charakteren Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode[1] im Jahr 1804, beide haben kurze Zeit später, unabhängig voneinander, Selbstmord begangen.

Teerunde für zwei Hoffnungslose weiterlesen

Old Werther lässt grüßen

Wer kennt sie nicht, „Die Leiden des jungen Werthers“? Das Werk Goethes gehört wohl zur gängigen Schulliteratur und hat seinerzeit für einige kuriose Selbstmordwellen gesorgt. Das war 1774. Das Buch um Werther beschäftigt auch heute noch und wurde bereits oft rezipiert. Eine solche Rezeption ist „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf aus dem Jahr 1972, Literatur, welche selbst außerhalb der DDR Bekanntheit erlangte.

Old Werther lässt grüßen weiterlesen

Neue Bücher #010

So, ich hatte ja letzt schon die Literaturliste für mein DDR Seminar hier veröffentlicht, und mittlerweile habe ich mich auch bereits für vier Bücher entschieden welche ich als erstes lesen möchte. Natürlich werde ich auch versuchen die anderen Bücher der Liste zu lesen, dennoch fange ich erstmal mit eben diesen an.

Das wären:
Christa Wolf – Kein Ort. Nirgends.
Ulrich Plenzdorf – Die Legende von Paul und Paula
Ulrich Plenzdorf – Die neuen Leiden des jungen W.
Jurek Becker – Jakob der Lügner
Ich finde es übrigens toll wenn der Autor des jeweiligen Buches auf dem Cover zu sehen ist.

Desweiteren nehme ich gerade an einer Leserunde von lovelybooks.de teil und habe in diesem Rahmen Sibylle Berg’s Roman „Vielen Dank für das Leben“ aus dem Hanser Verlag gewonnen. Hierzu wird es auch zeitnah eine Rezension geben. Nachdem das Buch gestern bei mir ankam ist es nun auch schon fast durchgelesen, denn die Geschichte fasziniert trotz, oder gerade wegen, ihrer Boshaftigkeit und Gesellschaftskritik. Einfach herrlich 🙂 Die Geschichte beginnt übrigens (passenderweise) in der DDR.

Eine kleine Anschaffung für mein persönliches „Antiquariat“ darf natürlich auch nicht fehlen, und darum habe ich mir in Marburg für schlappe 2€ noch Ernest Hemmingways „Über den Fluss und durch die Wälder“ (Auflage 1964) zugelegt, ein Buch was sich mit seinem grünen Cover perfekt für einen Teil der Chaos-Challenge anbietet.

Ich weiß, ich kaufe und erstehe leider im Moment viel zu viele Bücher, aber manches muss ja studienbedingt einfach sein (vor allem weil ich so ungern Bücher ausleihe) und manches bietet sich auch so einfach an.

Neue Bücher für die Uni

Gestern habe ich es endlich geschafft die Literaturliste für meinen „Literatur in der DDR“ Kurs aus dem Studiensekretäriat abzuholen. Die Liste mit der vorgegebenen Literatur ist lang und als Neukauf insgesamt unglaublich teuer…mal sehen ob ich die Bücher gebraucht irgendwo bekomme.

Hier die Liste:

  • Franz Fühmann – Briefe 1950-1984
  • Franz Fühmann – Das Judenauto
  • Jurek Becker – Jakob der Lügner (’69)
  • Ulrich Plenzdorf – Die neuen Leiden des jungen W.
  • Volker Braun – Unvollendete Geschichte
  • Günter de Bruyn – Germania Tod in Berlin
  • Christa Wolf – Kein Ort. Nirgends.
  • Ulrich Plenzdorf – Kein runter kein fern
  • Günter de Bruyn – Neue Herrlichkeit
  • Volker Braun – Hinze-Kunze-Roman
  • Georg Seidel – Carmen Kittel

Pflichtsichttermine:

  • Frank Beyer (Erich Neutsch) – Spur der Steine
  • Frank Beyer (Jurek Becker) – Jakob der Lügner (’74)
  • Heiner Carow (Ulrich Plenzdorf) – Die Legende von Paul und Paula

Hinzu kommt noch einiges an Basissekundärliteratur.
Ich weiß ehrlichgesagt nicht wann ich das alles lesen und vor allem bezahlen soll…und den Unterschied zur normalen Literatur und den Pflichtsichtterminen weiß ich auch gerade nicht.