Archiv der Kategorie: Erzählung

Wie das Leben so spielt

Murakami-Maenner-CoverDer Meister der „long short story“ – dem Literaturnobelpreis-Anwerter Haruki Murakami- ist nach den Pilgerjahren des farblosen Herrn Tazaki mit seinem Erzählband Von Männern die keine Frauen haben zurück in Deutschlands Buchhandlungen. Doch was kann dieses hochwertig aufgemachte Buch, welches recht zeitnah von Ursula Gräfe übersetzt wurde, und sieben neue Kurzgeschichten enthält? Ein kleiner Einblick:

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Die Motten

Christa Wolf – das war doch eine Schriftstellerin der DDR und sicherlich eine der bekanntesten deutschsprachigen Autorinnen der Gegenwartsliteratur. Im Dezember 2011 ist sie im Alter von 82 Jahren verstorben, nun erschien ihre letzte Erzählung „August“ postum im Suhrkamp Verlag. Eine traurige, wenn auch schöne Geschichte über einen Jungen, der als Waise der NS-Zeit in einem Krankenhaus aufwächst.

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Anderssicht

Nachdem ich bereits „Die Legende von Paul und Paula“ und „Die neuen Leiden des jungen W.“ gelesen habe, zwei Bücher die mir eigentlich ganz gut gefallen haben, habe ich mir heute Ulrich Plenzdorfs Erzählung „kein runter kein fern“ aus dem Jahre 1973 vorgenommen. Nun was soll ich sagen? Das Buch ist anders als seine Vorgänger, kritisch und vor allem stark fragmentarisch, denn das Buch ist aus der Sicht eines geistig zurückgebliebenen geschrieben.

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Eine Liebe mit Folgen

„Die Legende von Paul und Paula“ von Ulrich Plenzdorf, 1973 von Ulrich Carow verfilmt, beginnt so, wie es eigentlich hätte enden sollen. Abrissstimmung, die Häuser in Pauls Straße werden abgerissen, er hält einen Bilderrahmen in dessen Foto Paula Paul so herzhaft umarmt, dass sein Hemd am Rücken reißt.
Der Text ist ein Drehbuch, der von Beginn an die Hoffnungslosigkeit betont, und die Legende die sich um Paul und Paula rankt ist verhängnisvoll.

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Eine irreversible Erzählung

Den meisten mag „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ des Autors F. Scott Fitzgerald wohl eher als Film von David Fincher (Fight Club) bekannt sein, dennoch bildet die kurze Erzählung eine beinahe andere Lebensgeschichte des jungen, der als Greis geboren wird und als Baby stirbt. Schon beim Lesen wird klar, dass es sich bei dem Film keineswegs um eine richtige Adaption handelt, sondern viel mehr um eine freie Interpretation.

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Teerunde für zwei Hoffnungslose

Wenn ich an die DDR-Schriftstellerin Christa Wolf denke, fallen mir als erstes Werke ein wie „Kassandra“ oder etwa „Medea“. Die im Dezember 2011 verstorbene Autorin hat prägende Literatur verfasst, die vielleicht nicht jedem geläufig ist, die aber stets situationskritisch ist. Die Erzählung „Kein Ort. Nirgends“ aus dem Jahr 1979 ist ein fiktionales Gespräch zwischen den empirischen Charakteren Heinrich von Kleist und Karoline von Günderrode[1] im Jahr 1804, beide haben kurze Zeit später, unabhängig voneinander, Selbstmord begangen.

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