Archiv der Kategorie: Literatur

Ein Leben für die Literatur

Reich-Ranicki-Mein-LebenSelten schaffe ich es, ein Buch binnen weniger Tage durchzulesen, indem ich es wie Luft einatme, darüber reflektiere und auch noch beschließe eine kleine aber feine Rezension darüber zu schreiben. Noch seltener kommt man sicherlich nur dazu, eine Kritik bzw. Rezension über das Werk eines Kritikers zu verfassen, der die Literatur so maßgeblich verändert hat wie der 2013 verstorbene Marcel Reich-Ranicki. Die Jenigen, die glaubten, dass dieser Mann nur kritisieren kann, solle sich seine Autobiographie „Mein Leben“ durchlesen, und selbst feststellen, dass dieser Mann nicht nur lesen und urteilen konnte, sondern auch selbst so famos des Schreibens mächtig war, dass  er seinen Lesern sein schicksalhaftes und vor allem von Glück geprägtes Leben so auftischen kann, wie als wenn man live dabei gewesen wäre. Ein Leben für die Literatur weiterlesen

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Plenzdorfs Berlin (Blogempfehlung)

Literatur ist Geschichte, Literatur ist Politik. Gerade wenn man deutschsprachige Texte der letzten Jahrzehnte liest, hält die polit-historische Deutung eines Werks eine klare Wirkung auf den Leser bereit.

Einer der vielleicht größten Polit-Kritiker war Ulrich Plenzdorf, der in seinen Texten nicht nur das DDR-Regime aufs schärfste kritisiert hat, sondern auch mit subtilen Mitteln diese Kritik gekonnt verschleiert hat. Zwar ist Plenzdorf mehr als „Die neuen Leiden des jungen W.“ oder „Die Legende von Paul und Paula“- letzterer war ein großer DEFA-Filmerfolg in den ausgehenden 70ern – dennoch kommt man gerade bei Plenzdorf um diese beiden Titel einfach nicht herum. Doch wie war das eigentlich zu DDR-Zeiten in Berlin? Für mich als nach der Wende geborene Westdeutsche kaum vorstellbar.

In diesem Sinne möchte ich euch gerne auf den Blog von Jana Weiß verweisen, die sich mit Ulrich Plenzdorfs Berlin und auch noch einigen anderen Berliner Autoren auseinandergesetzt hat! Hier geht’s zum Plenzdorf-Artikel

Buchempfehlung für Kurztext-Begeisterte

4420eaed9cee387cce43538580c666a9Marcel Reich-Ranicki war sicherlich einer der wichtigsten Literaturkritiker des 21. Jhd. – sein Werk umfasst nicht nur hunderte Essays, sondern auch viele Bücher. Mit seiner Kolumne „Fragen Sie Reich-Ranicki“ in der FAZ beantwortete der Literaturkritiker Woche für Woche Fragen rund um die zeitgenössische und vergessene Literatur. Seine Antworten bilden ein facettenreiches Gemisch aus Empörung, Lob und Richtigstellungen, eben so, wie wir den 2013 verstorbenen Reich-Ranicki lieben lernten.

In dem Sammelband „Für alle Fragen offen. Antworten zur Weltliteratur“ wurden einige der kuriosesten und auch interessantesten Kolumnenbeiträge des gebürtigen Polen zusammengefasst. Durch seine kurzen Beiträge, braucht man nicht alles von vorne akribisch zu lesen – ganz egal auf welcher Seite man aufschlägt, es erwarten einen wunderbare Texte, die einem nicht nur wichtige, wenn auch sehr subjektive, Informationen zur Weltliteratur vermitteln, sondern auch einen Hauch Reich-Ranicki wieder ins Hier und Jetzt holt.

Ich hatte selten so viel Spaß beim Lesen als bei diesem kleinen Büchlein!

Für alle Fragen offen: Antworten zur Weltliteratur

Ein Hauch von Depression

81we9JbrdWL._SL1500_Alice Munro erhielt im vergangenen Oktober den Nobelpreis für Literatur. Ein Grund, sich eines ihrer Bücher zu schnappen und einige ihrer Kurzgeschichten zu lesen. Mit dem Buch „Himmel und Hölle“ habe ich versucht einen Einblick in die Munro’sche Erzählweise zu erlangen, und wurde mit einigen wertvollen Kurzgeschichten belohnt, von denen ich im Folgenden einige kurz vorstellen möchte.

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„Weißer als das Wasser“ verspätet sich

katte_akAlexander Kaschte, seines Zeichens Kopf von Samsas Traum und Weena Morloch, hat bereits mit seinem Bilderbuch Das Buch der toten Kinder bewiesen, dass er in der Lage ist Prosatexte zu verfassen. In einer Mail gibt Kaschte nun bekannt, dass sein erster Roman “Weißer als das Wasser”, welcher eigentlich am Montag den 31.03.2014 erscheinen sollte, erst Mitte Mai publiziert wird. Nähere Infos gibt es hier

Durch Raum und Zeit

H.G. Wells - Die ZeitmaschineMit seinem Roman Die Zeitmaschine ist der britische Schriftsteller H. G. Wells im Jahre 1895 der Begründer der modernen Science-Fiction.
Mit einem Gerät, dass sich in der 4. Dimension (der Zeit) bewegen kann, schafft es ein namenloser Protagonist – im Roman als „der Zeitreisende“ bezeichnet- in das Jahr 802.701 zu reisen, wo er grausame Dinge erlebt, die sein Weltbild erschüttern lassen. Durch Raum und Zeit weiterlesen

Reise ins Totenreich

dasbuch1116______Alexander Kaschte, Sänger der Band Samsas Traum hat sich bereits vor einigen Monaten in die Welt der Literatur gewagt. Dieser Schritt zeigt eine ganz neue Facette des sarkastischen Literaturwissenschaftlers, der sich in seinem „Bilderbuch“ Das Buch der toten Kinder einem klaren Tabuthema widmet – Kinderselbstmord.

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