Eine nicht ganz fiktionale Biographie

Bereits der Titel lässt so manch einen schmunzeln: „Abraham Lincoln – Vampirjäger“, der erst kürzlich verfilmte Roman des Autors Seth Grahame-Smith. Genauso wie der Titel wirkt auch der Inhalt auf den ersten Blick eher absurd, denn wer könnte sich vorstellen, dass der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wirklich Jagd auf Vampire gemacht hat? Der Autor, der übrigens auch den Bestseller „Pride and Prejudice and Zombies“ geschrieben hat, hat nämlich Abraham Lincolns Lebenslauf etwas verändert.

Die Geschichte basiert auf einigen Tagebüchern, welche dem Autor von einem gewissen Henry nähergebracht werden (so steht es zumindest in der Einleitung des Buches). Die Eintragungen Lincolns beginnen zu seinem elften Lebensjahr, er erfährt, dass seine Mutter nicht an einer Krankheit gestorben ist sondern von Vampiren ermordet wurde, nachdem sein Vater einen höheren Betrag an Schulden nicht bezahlen konnte.
Abraham macht es sich zur Aufgabe alle Vampire zu töten um seine Mutter zu rächen.
In seiner Jugend lernt er den Vampir Henry Sturges kennen, welcher ihm freundlich gesinnt zu sein scheint. Er sorgt dafür, dass Lincoln neben einigen schlecht bezahlten Jobs – denn Abraham hat nicht länger als ein Jahr die Schule besucht – die Gelegenheit bekommt böse Vampire umzubringen, welche es darauf abgesehen haben Sklaven zu kaufen und auszusaugen. Dennoch weist Lincolns Leben hier, trotz all der eher banalen Rahmenhandlung, natürlich Bezüge zu seinem wirklichen Leben auf.

Was den Leser neben einigen Vampirangriffen erwartet, ist die unglaublich gut recherchierte eigentliche Biographie des Präsidenten. Die Jagd auf Vampire wirkt an einigen stellen beinahe nur als Mittel zum Zweck um die Geschichte etwas spannender zu gestalten, denn in Wirklichkeit erfährt der Leser viel mehr über das eigentliche Leben Abraham Lincolns (die jenigen, die dieses Buch für reinsten Müll halten sollten also die Klappe halten).
Da Lincoln selbst gegen die Sklavenhaltung war, waren es also die Vampire und die Vampirdulder, die sich für die Sklaverei einsetzten.

Entsprechend ansprechend und vor allem sachlich gestaltet sich auch der Schreibstil von Seth Grahame-Smith, der hier stets zwischen den verschollenen „Tagebuchaufzeichnungen“ und einigen Zusammenfassungen wechselt um weitere Hintergrundinformationen hinzuzufügen, natürlich mit einigen Rechtschreibfehlern Lincolns, der das Schreiben immerhin „nur“ autodidaktisch gelernt hat.

Das Buch spricht also, Fantasy- und Vampirliebhaber an, wirkt aber auch für Geschichtsinteressierte passend, vor allem für eben jene, die es zu langweilig finden eine richtige Biographie zur Hand zu nehmen (auch wenn hier sicherlich noch ein paar mehr Informationen zu Lincoln zu finden sein sollten).

Bibliographie:
Titel: Abraham Lincoln – Vampirjäger
Autor: Seth Grahame-Smith
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Preis: 9.99€
ISBN: 3453528328
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Ein Kommentar zu “Eine nicht ganz fiktionale Biographie”

  1. Nach den wirklich gruselig schlechten Verfilmungen von Twilight – die Bücher sollen ja besser sein, ich habe leider den ersten Film gesehen und das erste Buch noch nicht fertig gelesen – hatte ich ziemlich die Lust an Vampirstories verloren. Dieses Exemplar hört sich nach einer erfolgreichen Verbindung von Vampirstory & Biografie an, die mich gerade neugierig gemacht hat. Ich danke dir für deine sehr informative Rezension, bitte mehr davon

    LG aus der Büchernische
    Sandra

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