Gefangen in der Gesellschaft

Eine Rezension für die Chaoschallenge:
03. …lese ein Buch, dass unter 300 Seiten hat (190, bei meiner Ausgabe handelt es sich um eine antiquarische Ausgabe aus dem Vollmer Verlag, ).

Der Roman „Effi Briest“ von Theodor Fontane ist dem poetischen Realismus zuzuordnen, und ist 1896 als Buch erschienen. Das Werk gilt beispielsweise als Inspirationsquelle für den Roman „Die Buddenbrooks“ des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann. Inhaltlich befasst sich das Buch mit dem Schicksal einer jungen Frau, die sich durch Erziehung den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen muss.

Effi Briest ist 17 Jahre alt, als sie mit Geert von Instetten, einem deutlich älteren Mann verlobt wird, den sie gerade erst kennengelernt hat. Nach der Hochzeit machen die beiden eine Italienreise und ziehen dann gemeinsam in das Anwesen von Instettens in den Ort Kessin in Hinterpommern. Nach einigen Monaten bekommen die beiden eine gemeinsame Tochter. Von Instetten ist oft unterwegs, findet kaum Zeit für seine junge Frau, und behandelt sie wie ein kleines Kind. Von ihrem Ehemann vernachlässigt findet Effi Trost und Zuneigung bei dem Major von Crampas, mit dem sie sich heimlich trifft und einen regen Briefwechsel pflegt.
Jahre später, nach einer Beförderung und dem Umzug nach Berlin findet von Instetten während der Abwesenheit Effi’s die Liebesbriefe des Majors in ihrem Nähkästchen. Er trifft sich mit ihm und erschießt ihn in einem Duell, außerdem wird Effi nicht nur von ihrem Ehemann, welcher ihr auch das gemeinsame Kind wegnimmt, sondern auch von ihrer eigenen Familie verstoßen.
Erst drei Jahre später bekommt Effi die Gelegenheit ihre Tochter Annie wiederzusehen, diese scheint jedoch widererwarten von ihrem Vater gegen Effi gepolt worden zu sein. Effi erkrankt, vermutlich aus Kummer und Einsamkeit, und wird von ihren Eltern wieder aufgenommen. Doch sie wird nicht wieder gesund und stirbt.

Fontanes Roman „Effi Briest“ ist in erster Linie ein Gesellschaftsroman, in dem sich die Protagonistin deutlich den gesellschaftlichen Zwängen unterwerfen muss. Die Protagonistin fühlt sich dementsprechend in ihrem Leben eingeschränkt und kann aus ihrem gestitteten Ehefrauenleben nur schwerlich ausbrechen. Ihr Ehemann ist im Gegensatz zu ihr ein reifer und karrierebewusster Mensch, sie ist naiv und jung. Verstänlich ist zwar von Instettens Reaktion auf Effis Ehebruch, dennoch zerstört er mit seinem Handeln nicht nur Effis ruhiges Leben, sondern auch den Kontakt zu ihrer einzigen Tochter, die nun bei ihrem Vater leben muss. Hierbei sucht ihr Mann die Schuld durch Vernachlässigung nicht an sich.
Haarklein beschreibt der Autor sämtliche Details, realistisch, objektiv, bildlich. All diese Beschreibungen geben in sich einen tieferen Sinn für die Handlung der Geschichte, so zum Beispiel der „Chinese“, vor dessen Geist Effi sich fürchtet und mit dem von Instetten dafür sorgt, dass sie immer mehr von ihm und seinem Schutz abhängig wird.

Der Roman an sich zieht sich inhaltlich sehr hin. Anfangs kommt die Geschichte einfach nicht vorran, und so muss sich der Leser mit Anstandsbesuchen und formellen Landpartien befassen, die auch der Protagonistin zuwider sind. Da das Empfinden der Charaktere praktisch nicht behandelt wird, und das Werk insgesamt eine Aneinanderreihung von objektiven Um- und Beschreibungen ist, muss sich auch hier der Leser vorerst in den Stil des Autors hineinfinden. Das Buch an sich ist literarisch ansprechend, gleichzeitig wird eine Problematik der Gesellschaft im 19. Jhd. aufgegriffen, die auch heute in einigen Ländern noch anzutreffen ist.

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Ein Gedanke zu „Gefangen in der Gesellschaft“

  1. Effi Briest war bei mir Schullektüre und ich muss sagen, ich habe selten ein Buch gelesen das mir so langatmig erschienen ist, trotz der Thematik das nicht uninteressant ist.

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