Ohne Ausweg

Stell dir vor, du wirst zu Tode verurteilt und fällst nach der Verkündigung des Urteils in Ohnmacht. Nach einiger Zeit, du weißt nicht wie lange du nicht bei Bewusstsein warst, wachst du in einem dunkeln Raum auf, in dem kein Licht ist, deine Arme sind gefesselt. Du tastest dich entlang der Wände, welche dir zeigen, wie groß dieser Raum ist, aus dem du scheinbar nicht mehr herauskommst.
Du fällst hin, dein Kinn landet auf dem harten Boden – doch der Rest deines Kopfes ragt über einen tiefen Abgrund.

Gerade noch dem Tod entkommen blickst du nach oben und siehst ein großes, mit Klingen ausgestattetes Pendel, welches langsam weiter schwingend immer tiefer sinkt, immer näher an deinen kraftlosen Körper. Du weißt dir immer weniger zu helfen, bis du eine Idee hast. Wieso nicht die in dem Raum kauernden Ratten nutzen, und die Fesseln durchfressen lassen? Der Plan geht auf, gerade als das Pendel erstmal deinen Körper streift.
Deinen Beobachtern ist klar, dass hier mehr von Nöten ist, als bloß das Pendel. Löcher in den Wänden leuchten glühend auf…es wird versucht dich mit heißer kochender Glut in die Grube zu locken. Du weißt, dass du sterben musst…doch im letzten Moment wirst du befreit.

„Die Grube und das Pendel“ ist eine Horrorgeschichte von Edgar Allan Poe, welche 1842 verfasst wurde. Der Autor spielt hier mit der Angst des Lesers, indem er versucht den namenlosen Erzähler und Protagonisten mit allen Sinneswahrnehmungen in den Tod zu stürzen. Die Situation, so auswegslos sie auch scheint, ist mit immer mehr Gefahren gespickt, die dem Gefangenen klar macht, dass er hier nicht mehr lebend herauskommt.
Die Verurteilung zum Tode ist hier mehr als nur eine direkte Tötung durch bspw. die Verwendung eines Fallbeils, sie lässt den Protagonisten seelische Höllenqualen erleiden bevor er das zeitliche segnen muss, eine Bestrafung, die wirklich nur nach einem sehr schweren Verbrechen erhängt werden sollte. Das Leiden des Erzählers nimmt jedoch im letzten Moment eine erfreuliche Wendung, ein Ende, in dem all die Spannung vom Leser genommen wird, und ein ungeahntes „Happy End“ eintritt.

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