Pseudo-Dramatik trifft Klischeekomödie

Der Film „Noch Tausend Worte“, in der Hauptrolle Eddie Murphy, ist eine seichte Komödie, die am 21. Juni in die deutschen Kinos kommt.

Jack McCall ist ein Agent in einem Buchverlag. Er ist überheblich, redet viel zu viel, und liest auch nicht die eingesandten Manuskripte von potentiellen Autoren. Als sein Assistent ihm das wahrlich kurze Büchlein eines bolivianischen Gurus, Dr. Sinja, entdeckt, will Jack dieses sofort verlegen, ohne es selbst gelesen zu haben. Nachdem er den Autoren des fünfseitigen Buches spricht und dieser die Zusammenarbeit aufgrund von Jacks Überheblichkeit ablehnt, wird dieser auf eine ganz besondere Probe gestellt: In Jacks Garten taucht ein Baum auf, der jedes Mal wenn er ein Wort spricht, ein Blatt verliert. Hat der Baum keine Blätter mehr, muss Jack sterben.


McCall gelingt  es vorerst nicht, auf seinen täglichen Überschwall an unnötigen Wörtern zu verzichten, als er dies versucht verliert er jedoch nicht nur seinen Job, sondern auch das Vertrauen seiner Frau, die ihn daraufhin mit dem gemeinsamen Sohn verlässt. Lediglich Jacks junger Assistent steht ihm bei. Erst als er das Buch des Gurus liest kommt unser Protagonist zur Besinnung und beginnt den Personen, die ihm stets beigestanden haben, in nur wenigen Worten zu sagen, was sie für ihn bedeuten und, dass sie wunderbare Menschen sind. Der Baum verliert sein letztes Blatt, Jack stirbt, wie zu erwarten, nicht.

Diese amerikanische Komödie, die vor allem mit pseudo-dramatischen Elementen spielt, die dem Betrachter von vornherein klar machen, dass der Protagonist nicht sterben wird da er es im letzten Moment doch noch schafft seinen richtigen Weg zu finden, spielt mit unglaublich vielen Klischee-Elementen und übertriebenen, sich andauernd wiederholenden, und final einfach nur noch nervenden Anspielungen. Die Dummheit des Protagonisten nicht von Anfangan auf die Idee zu kommen das Buch zu lesen, dem er im Prinzip sein Schicksal zu verdanken hat, ist ausschließlich dazu da den Kinobesucher bei Laune zu halten. Das Happy End ist zu erwarten, so wie es sich für einen kitschigen Familienfilm gehört. Die letzte halbe Stunde des Films hätte man sich getrost schenken können.
Auch die Naivität einzelner Rollen sowie die typisch klischeebelasteten Aussagen und Behauptungen von Jacks Frau ziehen den Film ins Lächerliche. Anfangs glänzt der Film noch mit Witz und einigen netten Sprüchen, später wird dieser viel mehr zu einem moralisierenden Lehrfilm, wie man sein Leben auch mit wenigen Worten auf die Reihe bekommt. Diese Mischung funktioniert einfach nicht – vor allem nicht mit einem Schauspieler wie Eddie Murphy, den man in seinen Rollen sowieso schon nicht ernst nehmen kann.

Ein Kinobesuch lohnt sich nicht wenn man einen anspruchsvollen Film erwartet, viele Szenen des Films sind vorhersehbar und das Schicksal des Protagonisten ist klar vorgegeben. Für einen seichten Filmabend ohne große Überraschungen bietet dieser Film sich wundervoll an, vorrausgesetzt man mag lustigen, vollkommen überspitzten Humor.

ImDb

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