Poe legt zu scherzen auf

Mit der doch sehr amüsanten und vor allem gesellschaftskritischen Kurzgeschichte „Streitgespräch mit einer Mumie“ hat sich Edgar Allan Poe wohl einen sehr lustigen Scherz erlaubt.
Alles fängt (mal wieder) mit einem namenlosen Protagonisten an, welcher an dem aktuellen Abend ausnahmsweise früh zu Bett gehen wollte. Doch dann wird er geradewegs von einem gewissen Dr. Ponnonner (welch ein Wortspiel „upon hour“) geweckt, der kürzlich die Erlaubnis bekommen hat einen vor 8 Jahren gefundenen Sarkophag zu öffnen, in dem sich eine Mumie befindet.
Unser Protagonist wird also, neben ein paar weiteren Personen die im archäologischen Bereich arbeiten, gerufen, um dieses Spektakel mitzuerleben.

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Neue Bücher #004

Es war einmal wieder soweit – heute wurden im Foyer des geisteswissenschaftlichen Instituts der Philipps-Universität in Marburg schöne, alte und vor allem gut erhaltene Bücher verkauft.
Jedes Buch gab es zu 50cent das Stück, wer 5 Bücher gekauft hat, musste nur 4 bezahlen. Also habe ich direkt zugeschlagen und einmal wieder ein paar interessante Bücher erstanden, bevor nächste Woche auch in unserer Fachbibliothek wieder ein großer Bücherbasar ist.

08.
Ernst Wiechert – Der Totenwald
In meinem Studium habe ich mich für den Schwerpunkt Literatur nach 1900 entschieden, wo auch die Literatur aus dem Nationalsozialismus nicht zu kurz kommen darf. Ich weiß, dass Thema ist mittlerweile sicherlich jeder absolut leid, dennoch habe ich eine alte Ausgabe von Ernst Wiecherts Totenwald, verfasst 1939, veröffentlicht 1946, auf dem Büchertisch gefunden, die mich direkt angelächelt hat.

09.
William Shakespeare – Der Kaufmann von Venedig
Wahrscheinlich eines der besten Exempel neuzeitlicher Literatur. Das Buch selbst ist eine sehr gut erhaltene Reclamausgabe, schätzungsweise aus den 1940ern (Jahreszahlen stehen ja in älteren Büchern leider selten drin). Das Buch passt im übrigen auch ganz gut zu meiner Literaturgeschichtsvorlesung, in der zufälligerweise noch eine Vorlesung zu Shakespeare folgt.

10.
Aldous Huxley – Nach vielen Sommern
Wie ich mich damals in der Schule mit Huxley’s Schöne Neue Welt, bzw. der englischen Originalvariante Brave New World gequält habe, um meine Abiturklausuren einigermaßen auf die Reihe zu bekommen. Der Autor stand nach der Lektüre meiner Ansicht nach unter einem ganz schlechten Stern. Mit Nach vielen Sommern gebe ich Huxley eine letzte Chance 😉

11.
Daphne du Maurier – Karriere
Mal wieder etwas Literatur nach 1900 – genauer gesagt 1951. Der Name der Autorin war mir schon vorher geläuftig, vor allem durch ihr Buch Rebecca, von welchem eine Freundin von mir immer am schwärmen war. Der Buchrücken verspricht, dass der Roman dramatisch und erregend sei, ich bin gespannt.

12.
Stürmer und Dränger
Nein, dieses Buch, herausgegeben von Gruenberg und Habermann, ist kein Sachbuch im herkömmlichen Sinne. Hier finden sich exemplarisch Texte von einigen Stürmern und Drängern, bspw. Goether, Herder, Schubart oder Lavater. Das Buch an sich steht noch in Fraktur, sprich es wird noch einige Zeit dauern bis ich mir dieses Buch zu Gemüte ziehe.

Von Liebe und Hass


Mit der 1843 publizierten Kurzgeschichte „Das verräterische Herz“ schildert Edgar Allan Poe einen eher ungewöhnlichen Mord bzw. den Bericht eines Verrückten.

Viele Morde werden aus Wut, Hass und Habgier begangen, sie haben einen böswilligen Hintergedanken, der oftmals plausibel begründet werden kann. In der Kurzgeschichte „Das verräterische Herz“ trifft der Leser jedoch auf eine Straftat, die lediglich auf Äußerlichkeiten beruht. Von Liebe und Hass weiterlesen

Ohne Ausweg

Stell dir vor, du wirst zu Tode verurteilt und fällst nach der Verkündigung des Urteils in Ohnmacht. Nach einiger Zeit, du weißt nicht wie lange du nicht bei Bewusstsein warst, wachst du in einem dunkeln Raum auf, in dem kein Licht ist, deine Arme sind gefesselt. Du tastest dich entlang der Wände, welche dir zeigen, wie groß dieser Raum ist, aus dem du scheinbar nicht mehr herauskommst.
Du fällst hin, dein Kinn landet auf dem harten Boden – doch der Rest deines Kopfes ragt über einen tiefen Abgrund. Ohne Ausweg weiterlesen

Hinter geschlossenen Türen

Kurzrezension: Mit der Kurzgeschichte „Die Morde in der Rue Morgue“ schafft Edgar Allan Poe im Jahre 1841 die erste Detektivgeschichte.

C. Auguste Dupin ist ein Mensch mit unglaublich guter Aufnahmefähigkeit, er beobachtet und kombiniert, und kann so mit viel Scharfsinn die eigentümlichsten Kriminalfälle aufdecken.
Unser Protagonist lebt derzeit in Frankfreich und bezieht mit einem neu gewonnenen Freund ein Haus in der Hauptstadt Paris, als er einen Bericht über einen Doppelmord in der Zeitung liest. Der Fall handelt von zwei Frauen, Mme Esplanaye und ihrer Tochter, die beide mit hoher Gewalteinwirkung in ihrer Wohnung im vierten Stock umgebracht wurden. Der Raum war verschlossen, sodass sich nicht erklären lässt, wie der Mörder aus der Wohnung fliehen konnte ohne entdeckt zu werden – denn kurze Zeit später wurde sich bereits von einigen Ohrenzeugen und der Gendarmerie Zugang zum Raum verschafft. Dupin, der sich durch die Zeugenaussagen einen Eindruck vom Geschehen machen konnte, erhascht daraufhin einen Blick auf den Tatort. Durch einzelne Hinweise, die selbst sein Freund nicht im ersten Moment wahrnimmt, kommt er zu dem Fazit, dass kein Mensch diese Greueltat vollbracht haben kann, sondern ein übermächtiges Tier – ein Orang-Utan.

„Die Morde in der Rue Morgue“ stellt die erste richtige Detektivgeschichte der literarischen Neuzeit dar, und gilt als Inspirationsquelle für weitere Kriminalgeschichten wie bspw. die Sherlock Holmes Fälle des Autors Sir Arthur Conan Doyle. Zudem trifft der Leser hier erstmals auf das Prinzip des „Mordes im geschlossenen Raum“, was den Fall in jedem Fall sehr rätselhaft und mysteriös wirken lässt. Auch diese Technik findet sich heute in vielen Detektivgeschichten wieder. Die Aufklärung des Mordes mag dennoch verwirrend sein – denn kein normaler Mensch geht davon aus, dass ein entlaufener Orang-Utan eine solch schreckliche Tat vollbringt. Poe zeigt hier, dass er nicht ausschließlich gruselige Gothic-Geschichten schreibt, sondern auch eine gut kalkulierte Kriminalgeschichte mit einem interessanten Plot präsentieren kann.

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Die Morde in der Rue Morgue (gebunden)