Die Diskussion zu „Was gesagt werden muss“

Das kürzlich von Günter Grass veröffentlichte Gedicht „Was gesagt werden muss“ ging in den letzten Tagen durch die Medien wie keine andere literarische oder politische Publikation.
Ich habe die Diskussion die letzten Tage mitverfolgt und mich auf dem laufenden gehalten, nicht nur, weil Günter Grass Literaturnobelpreisträger ist, sondern auch, weil er eine einschlägige Vergangenheit in der Waffen-SS hatte (was ja selbst schon vor einigen Jahren zu einem Skandal geführt hat).

Keine Frage, Werke wie „Die Blechtrommel“ zählen als literarische Meisterwerke, dennoch rückt das veröffentlichte Gedicht den Autor in sehr schlechtes Licht.

Link zu dem Gedicht

Das, was für viele Menschen auf den ersten Blick als fremdenfeindliches Statement gesehen wird (selbst wenn Grass beteuert selbst viele Juden zum Freund zu haben), wirkt in meinen Augen viel mehr als Statement zum Schicksal des Deutschen in der Gegenwart. Es geht meiner Meinung nach nicht alleine darum, dass es einen Krieg zwischen Israel und bspw. dem Iran geben wird, sondern darum, dass es einem Deutschen heutzutage nicht mehr erlaubt ist, seine eigene kritische Meinung gegenüber einem (jüdischen) Staat offen kundzutun und diesem Staat etwas vorzuwerfen, was möglicherweise sogar eintreffen könnte.
Es geht darum seine eigene Meinung zu sagen, eben das, was gesagt werden muss.
Sicherlich wäre das Gedicht nicht so auf Widerstand geprallt, wenn Grass sich eine andere politische Thematik, bzw. eine, die nicht so aggressiv gegen Israel vorgeht, ausgesucht hätte.

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Ein Gedanke zu „Die Diskussion zu „Was gesagt werden muss““

  1. Ich denke, eine historisch bedingte dogmatische Solidarität zu Israel zu unterhalten ist unvernünftig.
    Vielmehr sollte man sich fragen, ob man nicht auf Seiten der einzigen Demokratie des arabischen Raumes stehen möchte. Grass‘ Statement missachtet dieses, indem er Israel die defensive Rolle abspricht.
    Meiner Ansicht nach ist eine Diskussion darüber überflüssig. Denn das, was sein Gedicht umfasst, wurde bereits „gesagt“. Ebenso ist es das Gegenteil eines literarischen Meisterwerkes. Somit ist jenes nichts weiter als das „Gelalle eines alten Mannes“.
    http://zettelsraum.blogspot.de/2012/04/zettels-meckerecke-gunter-grass-uber.html

    G

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